Key facts

25th August 1986
Date of birth
Bad Wildungen
Place of birth
178 cm
Height
63 kg
Weight
Physiotherapist
Vocational education
DSW Darmstadt
Club
Faris Al-Sultan
Coach
iQ Athletik
Performance diagnostics

Werdegang

Freundschaft verbindet

Meine Begeisterung für Sport war schon immer in mir verankert. Als Kind erlebte ich, wie sich mein Vater regelmäßig zum Marathontraining traf, zu dem ich unbedingt mitkommen wollte. Ich war neugierig und hungrig und mit zwölf Jahren durfte ich erstmalig mittrainieren und war regelmäßig in der Gruppe mit meinem Vater unterwegs. Ich lernte den Sport zu schätzen, er wurde zu einem selbstverständlichen Teil meines Lebens – zwanglos, stressfrei.

Die ersten Strukturen – TV Friedrichstein

Meine Begeisterung am Lauftraining brachte mich in den Leichtathletikverein TV Friedrichstein. Dort stand neben einem spezifischen Ausdauer-Lauftraining auch das Mountainbikefahren hoch im Kurs. Die ersten Rennen auf dem MTB folgten schnell und auch der erste Titel ließ nicht lange auf sich warten: Mit 14 Jahren gewann ich die Deutsche MTB U15 Meisterschaft. Es folgten mehrere Jahre im German MTB Cup sowie NRW Cup. Dass ich auf langen Strecken zuhause bin, konnte man Anfang der 2000er Jahre erstmals erahnen: im Alter von 16 Jahren fuhr ich meinen ersten 120km Marathon.

Wechsel zum Triathlon

Doch kurze Zeit später musste ich nach schwerem Sturz eine Auszeit nehmen. Eine Zeit, die ich zur Neuorientierung nutzte. Durch einen glücklichen Zufall kam ich mit Martin Zülch in Kontakt, der erstmals in meinem Sportlerleben einen auf mich abgestimmten Trainingsplan erstellte – es war ein Trainingsplan für Triathleten. Martin sah mein Potential im Triathlon und betreute mich in meinen ersten Jahren als Dreikämpfer.

Nach der Junioren-Zeit wechselte ich 2006 zum Bundesligisten TuS Griesheim und damit auch den Trainer. Über sechs Jahre betreute mich Gerald Reichardt. Er führte mich in die deutsche Kurzdistanz-Spitze und zusammen gewannen wir fünf Deutsche Meistertitel.

Der Traum von der Hawaiiteilnahme lebt

Im Oktober 2012 begann ich mit meinem langjährigen Schwimmcoach, Michael Vogt, einen gezielten Aufbau für die Langstrecke – mit dem langfristigen Ziel: Ironman Hawaii. Neben meiner Ausbildung zum Physiotherapeut trainierte ich weiter auf Profiniveau und musste allerdings schnell lernen, dass bei längeren Distanzen nicht nur körperliche Leistungsdaten zählen. Meine Platzierungen in Mitteldistanzrennen (IRONMAN 70.3) blieben deutlich hinter meinen Trainingsleistungen und Erwartungen zurück. Ich brauchte Veränderungen.

Der nächste Schritt

Im Winter 2014 wechselte ich den Trainer, zunächst zu Manuel Wyss, ein Jahr später dann zu Faris Al-Sultan. Zeitgleich zog ich nach Darmstadt um, trat dem DSW Darmstadt bei und sah mich in einem neuen Umfeld immer stärker werden, sowohl auf sportlicher als auch auf persönlicher Ebene. Ich baute mir ein Team aus Trainern, Betreuern, Physiotherapeuten und Beratern auf, das mich zu jeder Zeit unterstützte. Ein Team, um den Sprung unter die Besten der Welt über die Mittel- und Langdistanz zu vollenden.

Alles auf eine Karte

Anfang 2016 setzte ich alles auf eine Karte. Ich kündigte meinen Job als Physiotherapeut und konzentrierte mich dank des Vertrauens eines neuen Hauptsponsors komplett auf den Profisport. Durch die kontinuierlich positiven Veränderungen trug die Arbeit mit Faris bald Früchte. Ich wurde professioneller und wagte den lange herbeigesehnten Wechsel von der Mittel- auf die Langdistanz.

Langdistanzdebüt 2016

Der Sieg beim Ironman Texas 2016, bei meinem ersten Start über die Langdistanz war ein unvergesslicher Tag, der mich über Nacht in die Weltspitze katapultierte. Ich hatte meine Stärke gefunden – den Langdistanz-Triathlon und besonders: den abschließenden Marathon.

Mit dem Gewinn der Nordamerikanischen Meisterschaft qualifizierte ich mich für das wichtigste Rennen des Jahres. Ich hatte mein erstes Ziel erreicht: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft auf Hawaii. Als ich im Oktober 2016 schließlich mit einem neuen Laufstreckenrekord als Dritter die Ziellinie des WM-Rennens überquerte, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich war ein überglücklicher und dankbarer Triathlet – der seine Bestimmung offenbar gefunden hatte.

If you can dream it – you can do it

Das Klima, die Insel, die Distanz, die Strecke auf Hawaii - das alles schien mir zu liegen, die Inselgötter waren mir wohlgesonnen. Mit dem Traum, dieses legendäre Rennen irgendwann gewinnen zu wollen, startete ich in die Vorbereitung für 2017.
Eine langwierige Verletzung zu Beginn des Jahres warf mich zurück, doch ich wuchs an ihr, besonders mental. Dieser Lernprozess ließ mich im Rennen am 14. Oktober 2017 psychisch unglaublich stark an der Startlinie stehen. Mit Rang 11 stieg ich in einer deutlich besseren Position vom Rad als im Vorjahr, dennoch hatte ich knapp 10 Minuten auf die Spitze aufzuholen. Ich kannte die Rolle des Jägers und konnte meine Stärke im Laufen erneut ausspielen. Ich blieb bei mir, im Hier und Jetzt und kämpfte mich durch die Hitze. Ich kämpfte gegen meinen Kopf, der phasenweise aufgeben wollte, und blieb stark. So stark, dass ich mir im Ziel meinen Traum vom Sieg des bedeutendsten Triathlons der Welt erfüllen konnte – noch dazu mit Streckenrekord.

Triathlon ist nicht nur Schwimmen, Radfahren und Laufen. Triathlon ist ein Ausdauersport, der jeden Athleten an jedem Tag an die eigenen Grenzen bringt – körperlich und mental. Dabei gilt es, immer dazuzulernen, auf seine Stärken zu vertrauen und vor allem niemals aufzugeben! Du musst kämpfen!